Honig aus dem Quellgebiet des Hennesees

© Michael Wanske
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© Tourismus Schmallenberger Sauerland
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Wie kommt unser Honig von der Wabe ins Glas?

Hier erfahren Sie alles über den Höhepunkt der imkerlichen Arbeit - Die Honigernte

Die Gesamtheit aller Inhaltsstoffe macht Honig zu einem einzigartigen Naturprodukt. Schon seit Urzeiten übt  er auf den Menschen eine große Faszination aus. Neben seiner Verwendung als Nahrungsmittel wurde ihm auch stets eine mythisch-religiöse Bedeutung zugesprochen.

Die Germanen verehrten Honig beispielsweise als Speise der Götter. Odin, der germanische Göttervater, verdankte dem Honig seine Unsterblichkeit, Kraft und Weisheit. Der Honig war so wertvoll, dass die Untertanen den Stammesfürsten einen Teil ihrer Abgaben als Honigzins entrichteten. Die Germanen waren auch dem Honigwein (Met) nicht abgeneigt. Ohne Met wurde kein Fest gefeiert und kein gefallener Held nach Walhalla geleitet.

Im Mittelalter befahl Karl der Große, dass jeder Gutshof einen Imker und einen Metbauern haben müsse.

Ebenso war Honig für lange Zeit das einzige Süßungsmittel der Menschen. Zucker aus Zuckerrohr kam erst im späten Mittelalter nach Europa und wurde aufgrund seines horrenden Preises zur Luxusware, die sich nur Adlige leisten konnten.

Auch heute ist die Honigernte noch der Höhepunkt der imkerlicher Arbeit. Aber wie entsteht die Speise der Götter und wie gelangt sie ins Honig-Glas?

Im folgenden möchten wir Sie über die einzelnen Bearbeitungsschritte aufklären.

Honig-Entstehung

Die Rohstoffe für die Honigproduktion sind Nektar und Honigtau. Nektar ist ein zuckerhaltiges, flüssiges Sekret, das von Nektardrüsen der Blüten ausgeschieden wird. Beim Honigtau handelt es sich um eine zuckerhaltige Ausscheidung von Honigtauerzeugern, wie Blattläusen und Zikaden. Die Flugbiene erreicht mit dem gesammelten Nektar bzw. Honigtau in ihrer Honigblase den Bienenstock. Dort wird der Nektar an die so genannten Stockbienen weitergegeben. Bei der nun stattfindenden Bearbeitung durch die Bienen werden laufend Enzyme aus der Futtersaftdrüse dem nun entstehenden Honig beigegeben. Die Enzyme verändern die Zuckerzusammensetzung, das Zuckerspektrum. Während des wiederholten Umtragens von einer Wabenzelle zu nächsten wird von den Bienen durch Flügelschlagen ein Luftstrom erzeugt, der den Wassergehalt von beinahe 80% beim Nektar auf unter 18% beim Honig senkt.

Honig-Entnahme

Ist der Honig reif, kann er geerntet werden. Ein Honig ist nach den Qualitätskriterien des Deutschen Imkerbundes reif, wenn er 18 % Wasser oder weniger enthält. Um die Reife bestimmen zu können, entnimmt man Stichproben aus der Wabe und bestimmt mit einem Refraktometer den genauen Wassergehalt. Der beste Hinweis auf das Erreichen der Reife ist, wenn die Bienen die Honigzellen verdeckelt haben. Dann ist der Honig aus Sicht der Bienen fertig für eine langfristige Lagerung. Mindestens 2/3 der Zellen auf einer Honigwabe sollten verdeckelt sein, bevor man die Wabe zur Ernte entnimmt. Auch der perfekte Zeitpunkt für die Entnahme muss abgewartet werden. Die besten Bedingungen findet man in den frühen Morgenstunden vor, bevor die Sammlerinnen frischen Nektar eintragen. Bei der Honigwabenentnahme werden alle Bienen abgefegt und die Waben direkt in einen bienendichten Transportbehälter gehängt. So wird Räuberei unter den Bienenvölkern verhindert.

Honig-Verarbeitung

Nachdem die Honigwaben entnommen worden sind, sollten sie umgehend geschleudert werden. Aus abgekühlten Waben lässt sich Honig nur schwer schleudern. Da der reife Honig von den Arbeiterinnen aber mit Wachsdeckeln verschlossen wurde, müssen diese zuerst mit Hilfe eines sogenannten Entdeckelungsgeschirrs und einer Entdeckelungsgabel entfernt werden. Die abgetrennten Wachsdeckel werden gesammelt und später zu Wachsstücken eingeschmolzen. Die entdeckelten Waben werden nun in den Wabenkorb der Honigschleuder eingesetzt und der Honig durch die Zentrifugalkräfte, die beim Drehen des Schleuderkorbes entstehen, aus den Wabenzellen gezogen. Er spritzt dabei an die Innenwand der Trommel und fließt schließlich durch den Auslaufhahn aus der Schleuder. Die natürlich vorkommenden Verunreinigungen (wie Wachspartikel) werden unmittelbar nach dem Schleudern durch zwei Sieben entfernt. Nach dem Schleudern und Sieben bleibt der Honig für einige Tage zum Klären stehen. Es sind immer noch feinste Wachspartikel und Luftbläschen vorhanden. Da beide leichter sind als der Honig, steigen sie in den nächsten Tagen langsam an die Oberfläche auf. Mit einem Teigschaber oder Backpapier kann man diese Schicht abnehmen bzw. klären. Somit ist der letzte Reinigungsschritt abgeschlossen. 

Honig-Abfüllung

Jeder Honig beginnt mit der Zeit auszukristallisieren. Die Art und Größe der Kristalle im Honig können wir jedoch beeinflussen, indem wir den Honig während des Kristallisierungsprozesses rühren und auf eine geeignete Temperatur achten.  Den Beginn der Kristallisation erkennt man daran, dass der Honig leicht trüb wird oder sich ein perlmutartiger Schimmer zeigt. Der Honig wird in den darauffolgenden Tagen mehrfach gerührt, so erreichen wir seine feinkristalline cremige Konsistenz. Ist der Honig gerade noch fließfähig, ist der richtige Zeitpunkt für die Abfüllung in die Honiggläser gekommen.

Auch die endgültige Abfüllung muß sorgfältig vorbereitet werden. Die Gläser werden gründlich gereinigt, auf einem rostfreien Gitter getrocknet und auf eventuelle Beschädigungen durchgesehen. Mittels einer geeichten Waage wird der Honig nun in die entsprechenden Gläser abgefüllt und mit einem Etikett versehen. Während des gesamten Prozesses wird selbstverständlich auf peinlichste Sauberkeit geachtet.

​Honig-Bewertung

Jedes Jahr stellt der Landesverband der Imker die süßen Erzeugnisse seiner Mitglieder auf den Prüfstand und sucht dabei nach dem besten Honig aus Westfalen und Lippe. Unter strengsten hygienischen Vorschriften wird geprüft ob der Deckel festsitzt, ob die richtige Deckeleinlage vorhanden ist oder etwa Leimspuren des Etikettes sichtbar sind. Beim Halten des Glases gegen das Licht geht der Prüfer auf Suche nach Verunreinigungen. Sehr wichtig ist auch der honigtypische Geruch, da Honig nicht nur Wasser, sondern auch andere Gerüche wie ein Schwamm aufzieht.

Die Honigbewertung 2017 war für uns wieder ein voller Erfolg! Es konnten 5 Goldmedaillen erreicht werden.